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Verkauf21. September 2026

Was sehen Immobilienmakler:innen, was Eigentümer:innen oft übersehen?

Ein persönlicher Blick aus dem Makleralltag in Wien und Wien-Umgebung: warum die eigene Immobilie anders wirkt, wenn jemand sie zum ersten Mal betritt — und welche Kleinigkeiten vor dem Verkauf den Unterschied machen.

Helena Gonzalez BermudezHelena Gonzalez BermudezImmobilienmaklerin

Wenn man viele Jahre in einem Haus oder einer Wohnung lebt, kennt man sein Zuhause einfach in- und auswendig. Man weiß, wann die Sonne ins Wohnzimmer scheint, welcher Raum im Sommer angenehm kühl bleibt und welche Ecke man selbst besonders gerne mag.

Aber genau das kann beim Verkauf einer Immobilie manchmal auch eine kleine Herausforderung sein.

Denn als Eigentümer:in sieht man seine Immobilie mit ganz anderen Augen als jemand, der sie zum ersten Mal betritt.

Als Immobilienmaklerin erlebe ich bei Besichtigungen immer wieder Situationen, bei denen ich mir denke: „Das sieht der Eigentümer wahrscheinlich gar nicht mehr.“

Und genau darum soll es in diesem Beitrag gehen.

Ein paar Worte zu mir

Mein Name ist Helena Gonzalez Bermudez und ich bin als Immobilienmaklerin in Wien und Wien-Umgebung tätig.

Was ich an meinem Beruf besonders mag, ist die Abwechslung. Kein Objekt ist gleich und auch die Menschen, die ich dabei kennenlerne, könnten unterschiedlicher nicht sein. Ein Immobilienverkauf ist für mich deshalb nie einfach nur eine weitere Immobilie – hinter jedem Verkauf steckt eine persönliche Geschichte.

Meine Muttersprache ist Russisch, außerdem spreche ich Spanisch und Englisch. Bei 4M Immobilien arbeiten wir als mehrsprachiges Team und können unsere Kund:innen in verschiedenen Sprachen betreuen.

Aber jetzt zu dem, was man als Eigentümer:in selbst oft nicht mehr wahrnimmt.

Der erste Eindruck beginnt nicht erst im Wohnzimmer

Wenn Interessent:innen zu einer Besichtigung kommen, beginnt die Wahrnehmung der Immobilie schon vor der Wohnungstür.

Wie wirkt der Eingangsbereich? Wie gepflegt ist das Stiegenhaus? Wie ist die Umgebung? Wie weit ist es zum Bahnhof, zur U-Bahn oder zum nächsten Supermarkt?

Für jemanden, der dort schon seit zehn oder zwanzig Jahren lebt, sind viele dieser Dinge selbstverständlich.

Für jemanden, der überlegt, hier vielleicht die nächsten zehn oder zwanzig Jahre zu wohnen, können sie plötzlich sehr wichtig sein.

Gerade bei Immobilien in Wien und Wien-Umgebung spielt das Umfeld eine große Rolle. Die Lage besteht schließlich nicht nur aus einer Adresse.

Man gewöhnt sich an kleine Makel

Das kennt wahrscheinlich jeder von zu Hause.

Der kleine Kratzer an der Tür? Den sieht man irgendwann gar nicht mehr.

Die Wand, die eigentlich wieder einmal einen neuen Anstrich vertragen könnte? Fällt einem selbst kaum auf.

Der tropfende Wasserhahn? Man weiß ja schon, wie man ihn zudrehen muss.

Bei einer Besichtigung ist das anders. Interessent:innen sehen diese Dinge zum ersten Mal.

Das bedeutet natürlich nicht, dass eine Immobilie vor dem Verkauf komplett renoviert werden muss. Eine gebrauchte Immobilie darf auch Gebrauchsspuren haben.

Aber manchmal sind es gerade die kleinen Dinge, die mit relativ wenig Aufwand verbessert werden können und dadurch den Gesamteindruck verändern.

  • Ein aufgeräumter Keller.
  • Saubere Fenster.
  • Ein gepflegter Garten.
  • Weniger Möbel in einem kleinen Raum.
  • Ein frischer Anstrich.

Es muss nicht immer gleich eine große Investition sein.

„Aber ich habe doch so viel hineingesteckt“

Auch das höre ich immer wieder – und natürlich ist es nachvollziehbar.

Wenn man eine Küche vor ein paar Jahren neu gemacht, das Badezimmer renoviert oder viel Zeit in den Garten investiert hat, möchte man das beim Verkauf natürlich berücksichtigt wissen.

Trotzdem ist es wichtig, zwischen dem persönlichen Wert und dem aktuellen Marktwert einer Immobilie zu unterscheiden. Der Markt kennt unsere Erinnerungen nicht.

Für die Bewertung spielen viele verschiedene Faktoren eine Rolle: Lage, Größe, Zustand, Ausstattung, Grundstück, Vergleichsobjekte und natürlich die aktuelle Nachfrage.

Gerade in Wien und den umliegenden Gemeinden können sich die Preise und die Nachfrage teilweise deutlich unterscheiden.

Deshalb ist eine realistische Einschätzung des Verkaufspreises meiner Meinung nach einer der wichtigsten Schritte, bevor eine Immobilie überhaupt auf den Markt kommt.

Was macht die Immobilie eigentlich besonders?

Das ist eine Frage, die ich Eigentümer:innen gerne stelle.

Denn manchmal ist das Besondere einer Immobilie gar nicht das, was man zuerst vermutet.

  • Es kann der wunderschöne Garten sein.
  • Der sonnige Balkon.
  • Die Ruhe, obwohl man eigentlich mitten in Wien wohnt.
  • Die gute öffentliche Anbindung.
  • Ein Altbau mit hohen Räumen und besonderen Details.
  • Oder einfach dieses Gefühl, das man beim Betreten bekommt.

Genau solche Dinge gehen in einem klassischen Inserat manchmal unter.

Ein paar Quadratmeter mehr oder weniger kann man vergleichen. Aber wie sich eine Immobilie anfühlt, lässt sich nicht so einfach in Zahlen ausdrücken.

Deshalb ist ein Blick von außen manchmal hilfreich

Ich glaube, eine der wichtigsten Aufgaben einer Immobilienmaklerin ist nicht nur, einen Preis festzulegen oder Besichtigungen zu organisieren.

Es geht auch darum, eine Immobilie einmal mit den Augen eines Außenstehenden zu betrachten.

  • Was fällt einem Interessenten beim ersten Betreten auf?
  • Was sollte man vielleicht hervorheben?
  • Wo gibt es einen kleinen Makel, den man vor dem Verkauf noch unkompliziert beheben könnte?
  • Welche Fragen könnten Käufer:innen stellen?
  • Und vor allem: Was macht genau diese Immobilie interessant?

Denn Eigentümer:innen kennen ihr Zuhause oft so gut, dass manche Dinge selbstverständlich geworden sind.

Für eine fremde Person können genau diese Dinge aber neu, spannend oder vielleicht auch entscheidend sein.

Mein Tipp für Eigentümer:innen

Wenn Sie über einen Verkauf nachdenken, versuchen Sie einmal, durch Ihre eigene Haustür zu gehen, als würden Sie die Immobilie zum ersten Mal sehen.

Schauen Sie nicht darauf, was Sie persönlich damit verbinden. Schauen Sie darauf, was jemand sieht, der heute zum ersten Mal davorsteht.

  • Was fällt sofort positiv auf?
  • Was könnte stören?
  • Was würden Sie gerne genauer wissen?
  • Und was würden Sie einer Freundin oder einem Freund über diese Immobilie erzählen?

Oft entdeckt man dabei Dinge, die einem vorher gar nicht mehr aufgefallen sind.

Und genau hier kann ein ehrlicher Blick von außen sehr hilfreich sein.

Zum Schluss

Für mich ist ein Immobilienverkauf dann gelungen, wenn nicht nur ein Vertrag unterschrieben und ein Schlüssel übergeben wird.

Sondern wenn am Ende jemand vor dieser Immobilie steht und denkt: „Ja. Hier könnte ich mich zuhause fühlen.“

Und vielleicht ist genau das der schönste Teil unseres Berufs.

Denn hinter jeder Immobilie stehen Menschen, Geschichten und ganz unterschiedliche Vorstellungen vom eigenen Zuhause.

Und manchmal braucht es nur einen etwas anderen Blick, um das Besondere daran wieder sichtbar zu machen.

Konkrete Frage zu Ihrer Immobilie?

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